Nachwuchs beim kleinsten Wildrind der Welt

Neben zahlreichen großen und imposanten Rinderarten hält der Zoologische Garten Berlin seit vielen Jahren auch das kleinste und zierlichste Wildrind der Welt – den Anoa. Der Anoa gehört zu den asiatischen Büffeln und taucht in der Literatur immer wieder unter dem Namen Antilopenbüffel, Zwergbüffel oder Gemsbüffel auf. Alle Fossilfunde sowie das heutige Verbreitungsgebiet dieser Art beschränken sich auf die indonesische Insel Sulawesi, was den Anoa zu einer echten Inselform macht, die sich in der geographischen Isolation entwickelt hat.

Die Bezeichnung „Zwergbüffel“ verwundert nicht, wenn der Anoa mit einer Schulterhöhe von 60-100 cm als kleinstes heute lebendes Wildrind vor einem steht. Anhand morphologischer Unterschiede werden zwei Formen dieser Rinderart unterschieden, der Berg-Anoa und der Flachland-Anoa.

Nach einer längeren Zuchtpause erhielt der Zoo am 5. Mai 2009 den sechsjährigen Anoabullen „Tyr“ aus dem Zoo Chemnitz und die fünfjährige Kuh „Cora“ aus dem Zoo Prag. Beide Tiere weisen den klassischen Flachlandanoa-Habitus auf. Da Anoas in freier Wildbahn solitär lebende, territoriale Boviden sind, ist eine paarweise Haltung in zoologischen Einrichtungen nicht ganz unproblematisch und vor allem nicht selbstverständlich. Nach einer kurzen Phase des Kennenlernens, verlief die Verpaarung der einander bis dahin völlig fremden Tiere sehr harmonisch und es blieb zu hoffen, dass die Anoazucht nun einen neuen Aufschwung erhielt. So war die Freude der Zoomitarbeiter groß, als am 01.07.2010 ein gesundes Bullenkalb auf die Welt kam. Da sich der kleine Neuzugang, der von den Pflegern den Namen „Tyson“ bekam, in den ersten drei Lebenswochen prächtig entwickelt hat, freuen wir uns nun, den Besuchern den Zwerg aus dem Rinderrevier auf der Freianlage zeigen zu können.