Kalte Erfrischung für heiße Tiere

Bei diesen Temperaturen geht es den Tieren im Tierpark Hagenbeck ähnlich wie uns Menschen. Die Wärme drückt auf das Gemüt, es ist einfach zu warm um sich zu bewegen. Daher freuen sich die Bewohner der Grünen Oase Hamburgs über die Fürsorge ihrer Pfleger.

Herzhaftes Eis mit Fisch und Obst? Das ist sicher nicht jedermanns Geschmack. Doch für die

beiden Kamtschatkabären Mascha und Leonid war dies eine willkommene Abwechslung.

Tierpfleger Kevin Surmilo überraschte die haarigen Braunen mit zwei dicken Eisbomben, prall gefüllt mit Erdbeeren, Zitronen, Gurke, Fisch und Fleisch. „Unsere Bären halten Temperaturen bis zu 30 Grad sehr gut aus. Wenn es doch mal heißer wird, kühlen sie sich in ihrem Privatpool ab und spielen und toben ausgiebig im kühlen Nass.“

 

Auch die Alpakas nehmen gern eine Erfrischung bei diesem Wetter. Jeden Morgen stellt Tierpfleger Volker Friedrich den Rasensprenger an. Eine Dusche, die die Tiere sichtlich genießen. Vom leichten Nieselregen profitieren aber nicht nur die Alpakas, auch die Wasserschweine und die Nandus, ihre Gehege-Mitbewohner, freuen sich über diese Abkühlung.

 

Der große Badesee im Elefanten-Freigehege wird bei diesen Temperaturen ausgiebig genutzt. Dickhäuter-Kinder Rani, Shahrukh und Shila plantschen unter gewaltigem Gespritze, immer mit dem Rüssel nach oben, im großen Becken. Natürlich unter der Aufsicht der Elefanten-Kühe, die sich im Wasser ebenso wohl fühlen wie die Kleinen.

 

Leider haben die hochsommerlichen Temperaturen nicht nur Freude im Gepäck. Für die Tiere ist gut gesorgt, sie können die Hitze meist besser ertragen als Menschen. Doch den Weg in den Tierpark finden nur wenige. „Es ist wie verhext“, so Tierpark-Chef Joachim Weinlig-Hagenbeck, „Zuerst dezimiert der strenge Winter die Besucherzahlen, dann das nasskalte Frühjahr und jetzt kommen wegen der anhaltenden Hitze viel zu wenig Gäste.“ Das Unternehmen hat seit Beginn des Jahres einen wetterbedingten Besucherrückgang von etwa 100 000 Menschen. Da Hagenbeck der einzige familiengeführte Zoo dieser Größenordnung in Deutschland ist, der ohne staatliche Unterstützung die Betriebskosten von täglich 32 000 Euro erwirtschaftet, ist der schwache Besuch nur schwer zu verkraften. Denn die Eintrittsgelder sichern den Betrieb. „Die Mindereinnahmen aus diesem Jahr von gut einer Million Euro können wir so leicht nicht aufholen“, so Weinlig-Hagenbeck.