Kinderstube im Zoo

Ein niedliches Jungfernkranichküken stolziert seit dem 15. Mai mit seinen Eltern durch das Gehege und auch unsere Bonobo-Familie ist wieder größer geworden: Panisco, der Sohn von Zomi, war lange krank. Seit dem 4. Mai ist er wieder bei seiner Mutter.

Seit 1962 zum ersten Mal wieder Jungfernkranich-Nachwuchs im Zoo Frankfurt

Das wuschelige kleine Jungfernkranichküken hält sich immer in der Nähe seiner Eltern auf. „Beide Elternteile fangen Insekten und füttern damit ihren Nachwuchs“, erklärt Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. „Dieses Vorhalten des Futters kann man auch sehr gut beobachten.“ Die kleine Familie ist ständig in Bewegung. „Langbeinige Vögel brauchen viel Bewegung und Sonne“, weiß Niekisch. Die Küken müssen das Laufen trainieren und brauchen UV-Licht, um genügend Vitamin D zu bilden. „Zu viele Proteine können ein zu schnelles Wachstum fördern. Für die Küken besteht dann die Gefahr, dass sie Knochenprobleme bekommen“, fährt Niekisch fort. „Durch die Freilandhaltung im Zoo und die natürliche Aufzucht durch seine Eltern ist der kleine Kranich jedoch nicht gefährdet.“

Von 1946 bis 1962 wurden bereits Jungfernkraniche im Zoo Frankfurt gehalten. Das jetzige Zuchtpaar kam 2007 nach Frankfurt. Bei der ersten Brut 2008 überlebte der einzige geschlüpfte Jungvogel nur fünf Tage. „Jungfernkraniche legen bis zu drei Eier“, erläutert Niekisch. „Das jeweils erste Ei wird durch ein Gips-Ei ausgetauscht, um es vor den allgegenwärtigen Krähen zu schützen.“ Wenn dann nach etwa zwei Tagen das zweite Ei gelegt wird, wird das Gips-Ei wieder gegen das echte Ei zurückgetauscht. Die Eltern, die sich bei der Bebrütung abwechseln, sitzen dann fest auf ihren Eiern. Ihr Nest bauen sie auf dem Boden. Es besteht aus einer kleinen Mulde, in die etwas Nistmaterial eingebracht wird. Die Tierpfleger unterstützen ihre Schützlinge beim Nestbau, indem sie die Nestmulde zusätzlich mit Stroh auslegen.

Alle Kranicharten sind omnivor, d.h. sie ernähren sich von pflanzlichem Material, Insekten, Sämereien und kleineren Tieren. Jungfernkraniche sind die kleinste und eine der häufigsten Kranicharten auf der Welt. Die Vögel werden 90-100 cm groß und wiegen ungefähr 2-3,5 kg. Die Flügelspannweite beträgt 165 bis 185 cm. Männliche und weibliche Tiere sind praktisch nicht zu unterscheiden, deshalb kann auch noch keine Aussage über das Geschlecht des Jungvogels gemacht werden.

 

 

Die schweren Zeiten für Bonobo-Baby Panisco sind vorbei

Zomi, die Bonobo-Mutter (geb. 1998, im Zoo in Planckendael), und ihr kleiner Sohn Panisco haben schwere Zeiten hinter sich. Am 15.12.2009 wurde Panisco geboren. Sein Vater ist Ludwig (geb. 1984, im Zoo in Antwerpen). Erst erschien alles unproblematisch. Zomi war, trotz Adoptivkind Bili, eine liebevolle Mutter. Doch schon nach wenigen Tagen erschien das Jungtier schlapp und verlor an Gewicht und Zomi verlor zusehends das Interesse an ihrem Sohn. „Nach der Geburt wog der Kleine 1.570 g, am 22. Dezember waren es nur noch 1.333 g“, berichtet Niekisch. „Unsere Tierpfleger mussten eingreifen, um den Kleinen nicht zu verlieren“!

Am 22. Dezember musste Panisco aus der Gruppe genommen werden, außer dem Gewichtsverlust wurden Krämpfe bei ihm beobachtet. Revierleiter Carsten Knott, erfahren in der Handaufzucht von Bonobos, nahm Panisco in seine Obhut. Erst am 4. Mai konnte der kleine Bonobo-Junge, vollends genesen, zu seiner Mutter zurückkehren. „Der Erfahrung unserer Tierpfleger ist es zu verdanken, dass die Zusammenführung von Mutter und Sohn nach viermonatiger Trennung so reibungslos ablaufen konnte“, freut sich Thomas Wilms, Kurator für Säugetiere im Zoo Frankurt. Damit Zomi den Kontakt zu Panisco in der langen Trennungsphase nicht verlor, wurde Panisco von Knott und den anderen Pflegern regelmäßig ins Revier gebracht, um sie zu besuchen. Schon in dieser Phase wurde Zomi mit Belohnungen trainiert. Denn nach der langen Trennung von Panisco ist Zomis Milchfluss versiegt. Nun muss sie beide Babys zum Füttern ans Gitter bringen, Bili und Panisco.

In Frankfurt hat die Zucht von Bonobos Tradition. 1962 gelang im Zoo Frankfurt die Erstnachzucht von Bonobos, d.h. hier kam das erste in einem Zoo geborene Bonobo-Baby zur Welt. „Bis heute ist unser Zoo führend in der Bonobozucht“, erklärt Niekisch stolz. „Alle erwachsenen weiblichen Tiere, bis auf die noch jugendliche Haiba, haben Nachwuchs.“ Seit 1962 wurden insgesamt 32 Bonobos im Zoo Frankfurt geboren, seit dem Jahr 2000 kamen 11 Bonobo-Babys zur Welt.